Hundeverhalten richtig verstehen

Hundeverhalten zu verstehen erfordert Erfahrung und einiges Wissen über Hunde. Was fehlt dem Hund gerade? Was braucht er oder was tut dem Vierbeiner besonders gut? Dies ist nicht einfach zu erkennen, denn dein Hund kommuniziert nur über seine Körpersprache.

1. Signalisiert Schwanzwedeln Freude?

Das Schwanzwedeln von Hunden hat eine wichtige Aussagekraft und ist ein Zeichen der Erregung. Egal ob positiv oder negativ. Die Position der Rute ist ausschlaggebend für die Interpretation des Schwanzwedelns beim Hund:

  • Ein freudiger Hund wedelt mit seiner Rute in einer entspannten, leicht erhobenen Position.
  • Schwanzwedeln mit heruntergezogener Rute signalisiert Unsicherheit. Angst kann sich durch eine zwischen die Hinterläufe geklemmte Rute ausdrücken
  • Der Hund ist entspannt und fühlt sich geborgen, wenn die Rute ruhig nach unten hängt.

Aber Achtung: Bei Hunderassen mit Ringelrute ist der Gemütszustand nicht ganz so leicht am Schwanzwedeln abzulesen. Ihre Rute hat noch weitere Funktionen, die durch die Form begünstigt werden und ihre Bewegung einschränken.

2. Haben Hunde ein schlechtes Gewissen?

Hunde unterscheiden nicht in Gut und Böse, sondern lernen Verhaltensstrategien. Dabei haben sie einen guten Riecher für die Stimmung ihres Herrchens. Bereits im Vorfeld wissen sie, ob ihr Verhalten einen Tadel hervorrufen wird. Wittern sie Ärger, zeigen sie den typischen Hundeblick. Diese natürliche Reaktion des Hundes wird von Menschen häufig mit einem schlechten Gewissen verwechselt.

Aber nur Menschen können moralisch handeln und ein schlechtes Gewissen empfinden. Die Bindung zu ihrem tierischen Begleiter ist aber meistens so vertraut, dass Besitzer das Hundeverhalten mit menschlichem Verhalten gleichsetzen.

3. Ist ein gähnender Hund müde?

Das Gähnen von Hunden lässt sich als typisches Hundeverhalten nicht so einfach deuten, denn die Tiere gähnen in den unterschiedlichsten Situationen. Sie drücken damit verschiedene Emotionen aus.

  • Häufig gähnt der Hund, wenn er merkt, dass er zu aufgeregt ist oder etwas verkehrt gemacht hat. Das Gähnen in solchen Situationen baut seinen inneren Spannungszustand ab. Eine typische Situation ist die Vorfreude aufs Gassi gehen.
  • Hunde gähnen aber auch, um ihren Körper wiederaufzufrischen. Vor allem, wenn sie lange nicht aktiv oder andauernder Anstrengung ausgesetzt waren und ihre Energiereserven aufgebraucht sind.

4. Beißen Hunde, die bellen?

Eine bekannte Redensart ist „Hunde die bellen, beißen nicht“. Aber ob ein Hund wirklich zubeißen würde, erkennt man nur an seiner Körpersprache. Beispiel:

  • Ein Hund in einer entspannten Haltung, zum Beispiel mit nach vorne gerichteten Ohren, möchte eher freundlichen Kontakt aufnehmen.
  • Bei einer versteiften Haltung mit vergrößerten Augen und Einfrieren des gesamten Gesichts, sollte man eher auf Abstand gehen.

Bevor ein Hund zubeißt, signalisiert er dies anhand unterschiedlicher Warnzeichen. Diese Hundeverhalten sollten unbedingt beachtet werden! Um das Verhalten der geliebten Vierbeiner richtig deuten zu können, müssen Herrchen und Frauchen den treuen Gefährten gut beobachten. Man sollte sich aber nie zu sicher sein, denn es gibt immer wieder Situationen, bei denen nicht eindeutig ist, was im Hund gerade vorgeht.

Quelle: UNIQ